Kultur und Sehenswürdigkeiten - Ziele in der Umgebung
des Naturparks Cazorla-Segura-Las Villas in Andalusien
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Lokalkolorit im Gebiet Cazorla-Segura-Las Villas
Das Hinterland Andalusiens ist voller alter Sitten und Gebräuche - und voller Zeugen einer bewegten Vergangenheit. Jaén, Córdoba, Granada oder auch Sevilla liegen nicht weit entfernt.
Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, über etwas mehr Zeit als die üblichen 10 oder 14 Tage verfügen zu können, dann können Sie sich nach einer geballten Ladung Natur und Bergidylle getrost wieder ein bisschen "unters Volk mischen". Auch hierfür existiert ein breites Angebot - und in der ländlichen Provinz Jaén, weitab von den grossen Touristenströmen, hat der Fremdenverkehr die heimischen Feste und Bräuche noch nicht so sehr zum Postkartenkitsch verwässert.
Ihren Urlaub in der Sierra de Cazorla, Segura y Las Villas können Sie problemlos mit einer "Cool-Tour" kombinieren,
denn die kulturellen Highlights Andalusiens liegen alle in erreichbarer Nähe.
Quicklinks: lokale Ferias & Fiestas Ubeda Cazorla & Iruela Jaén Córdoba-Granada-Sevilla
Lokalkolorit: Romerias, Ferias und Fiestas rund um den Naturpark

Die "Toros ensogados" auf der Feria de San Marcos
in Beas de Segura Provinz Jaén
Wie überall in Andalusien, so feiert man auch in Jaén gerne und ausgiebig. Gleich am Rand unserer Sierra liegt das Pueblo BEAS DE SEGURA, das absolute "Pamplona des Südens". Gegen Ende April feiert man hier die Feria de San Marcos, bei der Stiere durch den abgesperrten Ortskern getrieben werden.
Die "toros ensogados" werden mittels eines langen Taus von einer Art Wachmannschaft begleitet, entkommen aber immer wieder ihren Bewachern und laufen frei herum. Dabei attackieren Sie alles, was sich bewegt - oft hilft nur ein Sprung hinter die schützenden Barrikaden.
Da oft mehrere Tiere gleichzeitig im Dorf unterwegs sind, ist das Ganze alles andere als ungefährlich (ich spreche aus eigener Erfahrung). Die eigens dafür installierte provisorische Ambulanz im Zentrum des Getümmels hat alle Hände voll zu tun - und wer vor Ort nicht zusammengeflickt werden kann, auf den wartet ein Krankenwagen in ständiger Alarmbereitschaft.

Romeria - Wallfahrt in Andújar

Die SEMANA SANTA, die Karwoche, wird überall gefeiert, ob in der Hauptstadt oder im kleinsten Kuhdorf. Sie können, wenn Sie zu Ostern in Andalusien unterwegs sind, praktisch überall hingehen. Berühmt sind die Prozessionen in Málaga, Córdoba oder Sevilla.
Eine sehr eindrucksvolle Kulisse dafür bietet in unserer Gegend das Städtchen UBEDA mit seinem mittelalterlichen Stadtkern voller historischer Gebäude, und mit farbenfrohen Prozessionen quasi rund um die Uhr, vor allem am Gründonnerstag und Karfreitag.
Überhaupt gehört UBEDA, wie auch das Nachbarstädtchen BAEZA, zu den kulturellen Pflichtübungen in unserer Provinz. Diese beiden Perlen der Renaissance beherbergen so manche architektonische Kostbarkeit, wie die, vor ein paar Jahren erst restaurierte, CAPILLA DEL SALVADOR, eines der vielen Werke von ANDRES DE VANDELVIRA
Perlen der Renaissance - die Zwillingsstädtchen Ubeda und Baeza

Ubeda - Sacra Capilla del Salvador an der
Plaza de Vazquéz y Molina
Als eines der grössten Meisterwerke der Renaissance gilt die Capilla del Salvador, die "Erlöser-Kapelle" in Ubeda, erbaut zwischen 1536 und 1556 vom genialen Baumeister und Architekten Andrés de Vandelvira.

Capilla del Salvador, Innenansicht

Capilla del Salvador
Blick in die Kuppel
Capilla del Salvador
Detail der Kuppel
Die Sehenswürdigkeiten von Ubeda finden Sie konzentriert im Casco Monumental nahe beieinander liegen. Versuchen Sie lieber nicht, sich mit dem Auto da durchzukämpfen. Dabei kommt nicht viel Freude auf. Und wenn Sie schonmal da sind, riskieren Sie auch ruhig einen Blick ins gerade mal 8 km entfernte, reizende Städtchen Baeza.
Kultur und Tourismus am Rande der Sierra: Cazorla

Feuerwerk über dem Castillo de la Yedra
Namensgebend für die gesamte Region und touristisches Zentrum des Gebietes ist das Städtchen Cazorla, malerisch gelegen am Fuss der "Falkenberge" Peña de los Halcones. Dementsprechend gross ist hier der Rummel - aber auch das Angebot an Veranstaltungen wie das inzwischen schon berühmte alljährliche Blues-Festival oder die lokale Feria Anfang September.
Trotz intensiver Bautätigkeiten in den letzten 20 Jahren hat sich die Altstadt, bewacht vom Castillo de la Yedra und dem darüberliegenden fünfeckigen Turm der alten maurischen Festung, noch viel vom ursprünglichen Flair erhalten können.
Cazorla ist nett zum Flanieren und Bestaunen, zum ins Getümmel stürzen, und verfügt über ein breites gastronomisches Angebot. Wer es lieber ruhiger hat, oder gar Wandern möchte, sollte sich allerdings besser woanders einquartieren.

Die alte Burg der Tempelritter in La Iruela
Denn Cazorla liegt nicht im, sondern am Rande des Naturparks. Und nachts herrscht bisweilen ein höllischer Radau.
Gleich um die Ecke, an der Strasse, die in den Park führt, findet sich das Dörfchen La Iruela, berühmt für die abenteuerlich auf eine steile Felsklippe gebaute Festung der Ritter des Templer-Ordens. Für alle Dan-Brown-Fans sei aber gleich dazugesagt: Den Gral werden Sie hier nicht finden -
der liegt hintendran, in Form der Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas.
Ja - und dann ist da noch unsere Hauptstadt Jaén

Hauptfassade der Kathedrale in Jaén
... mit - immerhin - um die 120.000 Einwohnern und einer richtigen Universität. Sie liegt zu Füssen der Sierra de Jabalcuz, im Schutz des alles beherrschenden Castillo de Santa Catalina, das heutzutage einen sog. Parador beherbergt, ein staatlich geführtes Nobelhotel, von denen es viele gibt in Spanien, vorzugsweise in historischen Bauwerken.
Jaén ist eine richtige Stadt - auch wenn Sie noch nie davon gehört haben. Mit allem DRUM und DRAN.
Das alte maurische Stadtviertel ist voller historischer Gebäude, die bekanntesten sind, natürlich, die Kathedrale an der Plaza de Santa Maria und die erst vor 100 Jahren bei Bauarbeiten entdeckten Arabischen Bäder Baños Arabes unter dem Palacio de Villadompardo. Für Kunst- und Architektur-Liebhaber ist Jaén durchaus mal einen Ausflug wert.
... wenn Sie schonmal da sind ...

Bilderbogen Jaén links 1 + 2 Kathedrale rechts 3 + 4 Arabische Bäder
Andalusische Highlights: Córdoba - Granada - Sevilla
Zuguterletzt will ich Ihnen auch nicht verschweigen, dass die kulturellen "Highlights" Andalusiens ebenfalls
alle in erreichbarer Nähe liegen. Sowohl nach Granada als auch nach Córdoba brauchen Sie von hier aus
weniger als 2, und bis Sevilla knappe 4 Stunden.
- und bis zum Flughafen in Málaga (obwohl der nicht unbedingt zu den Highlights gehört,
aber man braucht ihn halt ab & zu) fahren Sie etwa 3,5 Stunden.
Alles über Kultur, Geschichte und Sehenswürdigkeiten auf Spanien-Literatur
und kulinarische Köstlichkeiten finden Sie hier: Spanien kulinarisch

Die berühmte Moschee von Córdoba - von den
Cordobesern liebevoll "La Mezquita" genannt
Cordoba - die alte Kalifenstadt am Guadalquivir, war von ca 750 bis weit nach 1000 die Hauptstadt des Maurenreiches. Im Fluss spiegelt sich die Mezquita mit der nachträglich von den Christen hineingebauten Kathedrale
Wenn Sie Cordoba oder Granada bisher nur vom Hörensagen kennen, dann sollten Sie da gelegentlich mal hin. Es lohnt sich wirklich. Immerhin war Spanien, und vor allem der Süden, fast 700 Jahre unter arabischer bzw. maurischer Herrschaft. Unter den vielen Eroberern, die kamen und gingen, waren die Wüstensöhne die ersten, die Al-Andaluz als eine echte Heimat betrachteten und wirklich hier sesshaft wurden.

"Al-Khala-Al-Hamra", die "rote Burg" Granadas, das Prunkschloss der
Nasriden, der letzten Könige von Granada, die erst 1492 von den
Katholischen Königen vertrieben wurden.
Überall im ganzen Land haben die Krieger des Halbmondes ihre Spuren hinterlassen -
und nicht zuletzt auch im genetischen Potenzial der Spanier.
Mit maurischen Castillos ist Andalusien nahezu flächendeckend übersät. Viele davon sind nicht viel mehr als Ruinen. Doch die Alhambra, das Märchenschloss Granadas, und die ebenso berühmte Moschee von Cordoba - das sind zwei Zeugen der Vergangenheit, die man einfach gesehen haben muss.

Sevilla - Kathedrale
Ebenso sehenswert ist natürlich auch Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, mit der mächtigen, imposanten Kathedrale Catedral de Santa Maria, die als der drittgrösste Kirchenbau des Abendlandes gilt und nur noch von der Peterskirche in Rom und der St.Pauls-Cathedral in London übertroffen wird.

Patio de las Doncellas im
Alcazar von Sevilla
Die "maurischen" Hinterlassenschaften in Sevilla, wie der Alcázar oder die Casa de Pilatos, sind allerdings keine Bauwerke der Moslems, sondern entstanden meist erst nach der Rückeroberung durch die Reyes Católicos im sogenannten Mudejár-Stil, der sich entwickelte, weil die verspielte, luftig-leichte Bauweise der Mauren den späteren Herrschern gefiel und deshalb von ihnen übernommen wurde. Sehenswert sind sie trotzdem, wenn auch teilweise wesentlich jüngeren Datums.

